SpVgg Durlach-Aue 2 – TSVW 2:2 (1:2)
Es war die vielleicht anspruchsvollste Aufgabe der bisherigen Saison: Am zehnten Spieltag gastierte der TSV Wöschbach beim Tabellenführer SpVgg Durlach-Aue 2. Nach drei Unentschieden in Serie wollten die Ölfunzle beweisen, dass sie auch gegen die stärkste Mannschaft der Liga bestehen können. Das gelang über weite Strecken eindrucksvoll – auch wenn am Ende ein 2:2 stand, das sich nach einer 2:0-Führung zunächst wie eine verpasste Gelegenheit anfühlte.
Vom Anpfiff weg war der TSV hellwach. Mit hoher Laufbereitschaft, aggressivem Anlaufen und großer Präsenz in den Zweikämpfen setzten die Gäste den Spitzenreiter unter Druck. Durlach-Aue fand kaum Möglichkeiten für einen geordneten Spielaufbau und wurde immer wieder zu Fehlern gezwungen. Wöschbach war in dieser Phase die klar bessere Mannschaft.
Die Intensität verlangte konsequente Entscheidungen. Ermal Qorri fand an diesem Sonntag nicht in die Partie und wurde bereits früh durch Mick Laufer ersetzt. Der Wechsel erwies sich als goldrichtig: Laufer nahm die Zweikämpfe an, brachte zusätzliche Stabilität ins Spiel und stand beim Führungstreffer genau dort, wo ein Torjäger stehen muss. Cristian Montecielo hatte aus der Distanz einen tückischen Aufsetzer auf das kurze Eck abgegeben. Der Torhüter konnte noch parieren, doch Laufer reagierte am schnellsten und drückte den Abpraller aus kürzester Entfernung zum verdienten 0:1 über die Linie (26.).
Nur drei Minuten später legte der TSV nach. Vasilii Ermolaev brachte eine Ecke mustergültig in den Strafraum, Jonas Maier stieg hoch und köpfte zum 0:2 ein (29.). Der Tabellenführer war zu diesem Zeitpunkt kaum wiederzuerkennen. Wöschbach kontrollierte das Geschehen, spielte mutig nach vorne und erspielte sich weitere Gelegenheiten. Gerade deshalb war es ärgerlich, dass die Gäste den Vorsprung nicht noch deutlicher ausbauten.
Kurz vor der Pause folgte der bittere Dämpfer. Bei einer kurz ausgeführten Ecke fehlte dem TSV die nötige Aufmerksamkeit. Sarkis Harutyunovic Krikor nutzte den Freiraum an der Strafraumecke und traf mit einem sehenswerten Schuss unhaltbar in den langen Winkel (44.). Ein außergewöhnlicher Treffer – und ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt. Statt einer komfortablen Führung nahm der TSV nur ein 2:1 mit in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel wurde Durlach-Aue aktiver. Zugleich musste Wöschbach verletzungsbedingt mehrfach wechseln, was den Rhythmus und die Stabilität der Mannschaft beeinträchtigte. Dennoch hatte der TSV zunächst beste Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Neff kam nach einem starken Zuspiel von Montecielo zum Abschluss, ließ die Chance aber ungenutzt. Wenig später setzte Maier Seiler mit einer präzisen Flanke in Szene, doch auch dieser scheiterte am Torhüter. Es waren Gelegenheiten, die an einem solchen Nachmittag den Unterschied machen können.
Statt des dritten Wöschbacher Treffers fiel der Ausgleich. Eine Flanke von der linken Seite konnte Barth per Kopf nicht entscheidend klären. Durlach-Aues Torjäger Daniel Huber setzte sich im Luftduell durch und platzierte seinen Kopfball unhaltbar für Rouven Becker in die Ecke (64.). Aus einem verdienten 2:0 war ein 2:2 geworden.
In der verbleibenden Spielzeit schwanden beim TSV sichtbar die Kräfte. Die vielen intensiven Laufwege und die personellen Umstellungen hinterließen Spuren. Offensiv gelang nun nur noch wenig, während die Gastgeber zunehmend die Initiative übernahmen. In der Schlussphase war es Rouven Becker, der mit einer Mischung aus großem Können und dem nötigen Glück einen Ball noch vor der Torlinie hielt und damit den Punkt sicherte.
Unterm Strich war das Remis leistungsgerecht: Wöschbach gehörte die erste Halbzeit, Durlach-Aue kam nach der Pause stärker auf und war dem Sieg am Ende ebenfalls nahe. Der souverän leitende Schiedsrichter trug seinen Teil zu einem fairen Spitzenspiel bei.
Für die Ölfunzle bleibt eine gemischte Bilanz. Das vierte Unentschieden in Folge ist mit Blick auf die zwischenzeitliche Zwei-Tore-Führung ärgerlich. Gleichzeitig ist ein Punkt beim Tabellenführer nach einer kämpferisch und spielerisch überzeugenden Anfangsphase ein Beleg dafür, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Entscheidend wird nun sein, solche Leistungen künftig wieder in drei Punkte umzumünzen.














