SV Hohenwettersbach 3:3 TSVW

Der TSV Wöschbach bleibt auch nach dem Gastspiel beim SV Hohenwettersbach ungeschlagen. Doch das 3:3 beim bisherigen Schlusslicht fühlte sich nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle zwiespältig an: Nach früher Führung gerieten die Ölfunzle mit 1:3 in Rückstand, ehe sie sich mit viel Willen und Leidenschaft zurückkämpften. Ein gewonnener Punkt für die Moral – und dennoch zwei Zähler, die im Kampf um die Spitzenplätze fehlen.

Schon vor dem Anpfiff war klar, dass die Aufgabe alles andere als einfach werden würde. Der kleine, schmale Platz in Hohenwettersbach liegt dem TSV traditionell nicht. Hinzu kamen personelle Probleme: Beide etatmäßigen Innenverteidiger standen nicht zur Verfügung, einer krankheitsbedingt, der andere aus beruflichen Gründen. Die Defensive musste deshalb neu zusammengestellt werden. Das erklärt manche Abstimmungsprobleme, soll aber keine Ausrede sein.

Traumstart – und dann zwei bittere Rückschläge

Besser hätte die Partie zunächst kaum beginnen können. Bereits in der 4. Minute brachte Ermal Qorri die Gäste in Führung. Ein früher Treffer auf einem Platz, auf dem sich Wöschbach in der Vergangenheit häufig schwergetan hatte – die erhoffte Erleichterung war spürbar.

Doch sie hielt nicht lange. Bereits in der 5. Minute glich König für die Gastgeber aus. Nur wenige Minuten später drehte er die Partie mit einem sehenswerten Volleyschuss aus rund 20 Metern zum 2:1. Den Treffern gingen aus TSV-Sicht unzureichend geklärte Angriffsbälle voraus, die Hohenwettersbach vor die Füße fielen. In den entscheidenden Momenten ließ sich die Situation dann kaum noch verteidigen.

Wer angesichts der Tabellenplätze eine einseitige Partie erwartet hatte, sah nun ein anderes Bild. Hohenwettersbach spielte mutig und nutzte seine Möglichkeiten. Der TSV hatte aber ebenfalls Chancen auf den Ausgleich. Mehrfach stand der starke Torhüter der Gastgeber im Weg und verhinderte einen weiteren Wöschbacher Treffer. Zur Pause lag der TSV knapp zurück – keineswegs chancenlos, aber defensiv zu anfällig.

Diskussion um eine mögliche Elfmeterszene

Für Gesprächsstoff sorgte zudem eine Strafraumszene mit Topojani. Nach einem Zweikampf war dessen Schnürsenkel beschädigt – ein Hinweis auf möglichen Kontakt, aber für sich genommen kein Beweis für ein strafwürdiges Foul. Ein Elfmeterpfiff blieb aus. Mit etwas Glück hätte die Entscheidung aus Wöschbacher Sicht auch anders ausfallen können.

Der nächste Rückschlag – dann erwacht der Kampfgeist

Nach dem Seitenwechsel zogen sich die Gastgeber weit in die eigene Hälfte zurück und setzten auf Konter. Einer davon saß: In der 63. Minute traf König zum dritten Mal und erhöhte auf 3:1. Nun drohte dem TSV die erste Niederlage. Und es hätte sogar noch schlimmer kommen können, denn Hohenwettersbach boten sich Möglichkeiten, den Vorsprung weiter auszubauen.

Doch Wöschbach gab nicht auf. Die Mannschaft erhöhte den Druck, stemmte sich gegen die drohende Niederlage und fand über Einsatz und Leidenschaft zurück in die Partie. In der 73. Minute verkürzte Mick Laufer auf 3:2. Plötzlich war wieder alles möglich.

Die Gastgeber verteidigten ihren knappen Vorsprung, während der TSV weiter nach vorne arbeitete. In der 85. Minute zeigte der Schiedsrichter schließlich auf den Elfmeterpunkt. Cristian Alessandro Atkinson Montecielo übernahm die Verantwortung und verwandelte zum umjubelten 3:3. Aus einem scheinbar verlorenen Abend war doch noch ein Punktgewinn geworden.

Moral gezeigt – aber auch Schwächen offengelegt

So sehr die Aufholjagd für den Charakter dieser Mannschaft spricht, so ehrlich muss auch die Bewertung ausfallen: Drei Gegentore, darunter zwei nach unzureichend geklärten Situationen, sind zu viel. Die ungewohnte Abwehrformation und der schwierige Platz machten die Aufgabe nicht leichter. Trotzdem wird der TSV daran arbeiten müssen, in solchen Spielen stabiler zu stehen und die Kontrolle nicht so schnell aus der Hand zu geben.

Genauso verdient sich der SV Hohenwettersbach Anerkennung. Die Gastgeber traten engagiert auf, nutzten ihre Chancen und hätten die Begegnung durchaus gewinnen können. Ihr Punktgewinn war verdient. Dass sie nach einer 3:1-Führung noch den Ausgleich hinnehmen mussten, zeigt wiederum, wie schwer sich ein Spiel über 90 Minuten kontrollieren lässt.

Für die Ölfunzle bleibt eine gemischte Bilanz: weiter ungeschlagen, wieder Moral bewiesen – aber erneut Punkte liegen gelassen. Auf dem engen Platz in Hohenwettersbach war der Weg zum 3:3 ein hartes Stück Arbeit. Der Wille stimmte bis zum Schluss. Jetzt gilt es, auch die spielerische und defensive Stabilität wiederzufinden.

Ergebnisbild Hohenwettersbach-TSVW 3:3

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