TSVW – Post Südstadt Karlsruhe II 3:1

Nach dem starken 4:1-Derbysieg in Söllingen wartete auf den TSV Wöschbach die nächste Aufgabe im heimischen Hohbergstadion. Diesmal waren die Vorzeichen andere: Wöschbach ging nicht als Außenseiter in die Partie, sondern musste zeigen, dass der Erfolg beim Tabellenzweiten kein einmaliges Ausrufezeichen gewesen war.

Der Vorbericht hatte dabei durchaus gewarnt. Nach zehn Spielen ohne Niederlage und dem überraschenden Erfolg in Söllingen sollte sich beim TSV keine Selbstzufriedenheit einschleichen. Post Südstadt Karlsruhe 2 hatte zuletzt ebenfalls gezeigt, dass die Mannschaft nicht zu unterschätzen ist. Am Ende sollte sich genau diese Warnung als berechtigt erweisen – auch wenn der Vorbericht mit seinem 3:1-Tipp erstaunlich genau richtig lag.

Weimann öffnet das Spiel – Ermolaev vollendet

Der TSV fand gut in die Begegnung und stand von Beginn an kompakt in der Defensive. Gleichzeitig suchte Wöschbach zielstrebig den Weg nach vorne. In der 9. Minute führte ein sehenswerter Angriff zur frühen Führung.

Benito Weimann erkannte die Situation und verlagerte das Spiel mit einem starken Diagonalball überraschend auf den rechten Flügel. Dort setzte sich Vasilii Ermolaev im Laufduell durch. Auch ein Foulversuch konnte ihn nicht stoppen: Ermolaev blieb auf den Beinen, zog durch und brachte den Ball zum 1:0 im Tor unter.

Ein Treffer, bei dem nicht nur der Abschluss, sondern bereits die Entstehung sehenswert war – vom öffnenden Diagonalball bis zum energischen Durchsetzungsvermögen des Torschützen.

Montecielo erobert den Ball – und macht es anschließend selbst

Nur wenig später legte der TSV nach. In der 23. Minute eroberte Cristian Montecielo im Gegenpressing den Ball und machte sich anschließend selbst auf den Weg in Richtung Strafraum.

Dort entwickelte sich eine bemerkenswerte Einzelaktion. Montecielo dribbelte sich durch die gegnerische Defensive, behauptete den Ball mit etwas Glück, aber vor allem mit großer Entschlossenheit gegen mehrere Gegenspieler und versenkte ihn schließlich unhaltbar in der langen Ecke. 2:0 – der TSV hatte die Partie zunächst klar im Griff.

Zu viel Sicherheit bringt die Gäste zurück

In dieser Phase hätte Wöschbach die Führung weiter ausbauen können und vielleicht sogar müssen. Doch anstatt konsequent nachzulegen, schlich sich etwas zu viel Zufriedenheit und Sicherheit in das Wöschbacher Spiel ein.

Post Südstadt nutzte diese Phase. Die Gäste kamen besser in die Begegnung und erzielten in der 39. Minute den 2:1-Anschlusstreffer. Plötzlich war aus einer zunächst komfortablen Führung wieder ein offenes Fußballspiel geworden.

Der Treffer zeigte Wirkung. Wöschbach verlor etwas den Rhythmus, während die Gäste zunehmend Selbstvertrauen entwickelten.

Nach der Pause bleibt es lange spannend

Auch nach dem Seitenwechsel entstand zunächst der Eindruck, dass Post Südstadt immer besser in die Partie fand. Der TSV konzentrierte sich vor allem darauf, die Führung zu verwalten, anstatt selbst wieder dauerhaft die Kontrolle zu übernehmen.

So blieb die Begegnung unnötig lange spannend. Zwar gelang es den Gästen nicht, Rouven Becker im Wöschbacher Tor wirklich dauerhaft in höchste Gefahr zu bringen. Auf der anderen Seite bestrafte der TSV die zunehmenden Räume aber ebenfalls nicht.

Mehrfach boten sich gute Umschaltmöglichkeiten, mit denen Wöschbach die Partie frühzeitig hätte entscheiden können. Diese Situationen wurden jedoch teilweise zu ungenau und nicht konsequent genug ausgespielt. So blieb Post Südstadt bis in die Schlussphase hinein im Spiel.

Malik Seiler macht den Deckel drauf

Erst tief in der Nachspielzeit fiel die endgültige Entscheidung. In der 90.+4 Minute sorgte Malik Seiler mit dem Treffer zum 3:1 für die Erlösung und machte endgültig den Deckel auf die Partie.

Der Jubel war entsprechend groß. Nicht, weil der TSV an diesem Nachmittag seine beste Saisonleistung gezeigt hätte, sondern weil die Mannschaft auch ein Spiel für sich entscheiden konnte, in dem nach einer starken Anfangsphase nicht mehr alles rundlief.

Ein verdienter Sieg – mit einer kleinen Warnung

Unter dem Strich steht ein verdienter 3:1-Heimsieg. Der TSV legte mit einer kompakten Defensive und zwei sehenswerten Treffern den Grundstein für den Erfolg. Danach machte sich die Mannschaft das Leben jedoch selbst schwer, weil sie die Führung nicht konsequent ausbaute und Post Südstadt wieder in die Begegnung kommen ließ.

Gerade nach dem emotionalen Derbysieg in Söllingen war diese Partie deshalb auch ein guter Test. Erfolgreiche Mannschaften müssen nicht jede Woche glänzen. Sie müssen auch die Spiele gewinnen, in denen sie zwischenzeitlich den Rhythmus verlieren, Chancen liegen lassen und bis zum Ende arbeiten müssen.

Genau das gelang dem TSV. Aus dem Derby-Coup wurde kein Strohfeuer, sondern der nächste Sieg. Gleichzeitig dürfte die Mannschaft wissen, dass sie sich gegen andere Gegner nicht immer erlauben kann, eine komfortable Führung so lange offen zu halten.

Drei weitere Punkte, die Serie hält – und der TSV Wöschbach bleibt auf Kurs. Weiter so, TSV!

Ergebnisbild TSVW - PSK 2 3:1

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